EVANGELIUM VOM TAG
Montag der 3. Woche der Fastenzeit |
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas |
WORTE DER PÄPSTE |
Nachdem Jesus im Alter von ungefähr dreißig Jahren Nazaret verlassen und bereits seit einiger Zeit andernorts gepredigt und Heilungen gewirkt hatte, kehrte er einmal in seine Stadt zurück und begann, in der Synagoge zu lehren. Seine Mitbürger „staunten“ ob seiner Weisheit, und da sie ihn als den „Sohn der Maria“, als den „Zimmermann“ kannten, der mitten unter ihnen gelebt hatte, nahmen sie Anstoß an ihm, statt ihn in gläubiger Gesinnung anzunehmen (vgl. Mk 6,2–3). Das ist begreiflich, da es die Vertrautheit auf der menschlichen Ebene schwierig macht, über sie hinauszugehen und sich der göttlichen Dimension zu öffnen. Daß dieser Zimmermann der Sohn Gottes sein soll, ist für sie schwer zu glauben. Jesus selbst bringt als Beispiel die Erfahrung der Propheten Israels ein, die gerade in ihrer Heimat Gegenstand der Verachtung gewesen waren, und identifiziert sich mit ihnen. Aufgrund dieser geistlichen Verschlossenheit konnte Jesus in Nazaret „kein Wunder tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie“ (Mk6.5). Die Wunder Christi nämlich sind keine Zurschaustellung von Macht, sondern Zeichen der Liebe Gottes, die sich dort verwirklicht, wo sie dem Glauben des Menschen begegnet, wo eine Gegenseitigkeit gegeben ist. (Papst Benedikt XVI., Angelus, 8. Juli 2012) |