Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus Mt 11, 25–30 In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.
|
„Lernt von mir, denn ich bin gütig und demütig“ (Mt 11, 29). Vielleicht nur ein einziges Mal hat Jesus mit eigenen Worten auf sein Herz Bezug genommen. Und dabei hat er diesen einen Zug hervorgehoben: „Güte und Demut“. Als wollte er sagen, daß er einzig und allein auf diesem Weg den Menschen gewinnen will; daß er durch „Güte und Demut“ König der Herzen sein will. Das ganze Geheimnis seiner Herrschaft kommt in diesen Worten zum Ausdruck. Die Güte und Demut umfassen gewissermaßen den ganzen „Reichtum“ des Herzens del Erlösers […]. Aber jene „Güte und Demut“ enthüllen es auch voll und ganz; und sie gewähren uns, es besser kennenzulernen und anzunehmen; sie machen es zu einem Gegenstand höchster Bewunderung. Die schöne Litanei vom Heiligsten Herzen Jesu besteht aus vielen ähnlichen Worten, ja mehr aus Ausrufen del Bewunderung über den Reichtum des Herzens Christi. Wir wollen […] voll Aufmerksamkeit darüber meditieren. So steht nun am Ende dieses fundamentalen liturgischen Ablaufs der Kirche – der mit dem ersten Adventsonntag begonnen hat und über die Weihnachts-, die Fastenzeit, über die Auferstehung und Pfingsten bis hin zum Dreifaltigkeitssonntag und dem Fronleichnamsfest reichte – das Fest vom Göttlichen Herzen, vom Heiligsten Herzen Jesu. Dieser ganze Ablauf vollendet sich endgültig in ihm; im Herzen des Gottmenschen. Von ihm wird auch jedes Jahr das ganze Leben der Kirche durchstrahlt. Dieses Herz ist die „Quelle des Lebens und der Heiligkeit“. (Papst Johannes Paul II., Generalaudienz, 20. Juni 1979)
|