Rosenkönigin von Heroldsbach
Mutter der göttlichen Weisheit

EVANGELIUM VOM TAG

10. Sonntag im Jahreskreis

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 9, 9–13
In jener Zeit sah Jesus einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Und Matthäus stand auf und folgte ihm nach.
Und als Jesus in seinem Haus bei Tisch war, siehe, viele Zöllner und Sünder kamen und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern.
Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen?
Er hörte es und sagte: Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken.
Geht und lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer! Denn ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder.


WORTE DER PÄPSTE

Im Mittelpunkt des Wortgottesdienstes dieses Sonntags steht ein Ausdruck des Propheten Hosea, den Jesus im Evangelium aufnimmt: „Liebe will ich, nicht Schlachtopfer, Gotteserkenntnis statt Brandopfer“ (Hos 6,6). Es handelt sich um ein Schlüsselwort, eines jener Worte, die in das Herz der Heiligen Schrift einführen. Der Zusammenhang, in dem Jesus es sich zueigen macht, ist die Berufung des Matthäus, der von Beruf „Zöllner“ war, das heißt Steuereintreiber für die kaiserliche römische Autorität: allein schon aus diesem Grund betrachteten ihn die Juden als einen öffentlichen Sünder. Nachdem er ihn berufen hatte, als er gerade am Zoll saß – diese Szene veranschaulicht gut das berühmte Gemälde des Caravaggio –, begab sich Jesus mit den Jüngern in sein Haus und setzte sich zusammen mit anderen Zöllnern an den Tisch. Den entsetzten Pharisäern sagte er: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken… Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten“ (Mt 9,12–13). Der Evangelist Matthäus, der immer auf die Verbindung zwischen dem Alten und dem Neuen Testament achtet, legt an dieser Stelle Jesus die Prophezeiung des Hosea auf die Lippen: „Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer.“ […] Dieses Wort Gottes ist durch die Evangelien als eine der Synthesen der gesamten christlichen Botschaft zu uns gelangt: die wahre Religion besteht in der Liebe zu Gott und zum Nächsten. (Papst Benedikt XVI., 8. Juni 2008)


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