Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes Joh 6, 52–59 In jener Zeit stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag. Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Es ist nicht wie das Brot, das die Väter gegessen haben, sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit. Diese Worte sprach Jesus, als er in der Synagoge von Kafarnaum lehrte.
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Das Brot vom Himmel ist ein Geschenk, das alle Erwartungen übertrifft. Wer den Stil Jesu nicht versteht, bleibt misstrauisch: Es scheint unmöglich, ja unmenschlich, das Fleisch eines anderen zu essen (vgl. V. 54). Fleisch und Blut hingegen sind die Menschheit des Heilands, sein eigenes Leben, das als Nahrung für das unsere dargebracht wird. […] Christus, der wahre Mensch, weiß sehr wohl, dass man essen muss, um zu leben. Doch er weiß auch, dass dies nicht ausreicht. Nachdem er das irdische Brot vermehrt hat (vgl. Joh 6,1-14), bereitet er ein noch größeres Geschenk vor: Er selbst wird zur wahren Speise und zum wahren Trank (vgl. V. 55). […] Das himmlische Brot, das vom Vater kommt, ist der für uns fleischgewordene Sohn. Diese Nahrung ist für uns mehr als notwendig, denn sie stillt den Hunger nach Hoffnung, den Hunger nach Wahrheit, den Hunger nach Heil, den wir alle spüren, nicht im Magen, sondern im Herzen. Die Eucharistie ist für uns alle notwendig. Jesus kümmert sich um das größte Bedürfnis: Er rettet uns, indem er unser Leben mit dem seinen nährt, und zwar für immer. Und dank ihm können wir in Gemeinschaft mit Gott und untereinander leben. Das wahre und lebendige Brot ist also nichts Magisches, nein, es ist nichts, das auf einen Schlag alle Probleme lösen würde, sondern es ist der Leib Christi selbst, der den Armen Hoffnung gibt und die Arroganz derer überwindet, die sich auf ihre Kosten vollstopfen. (Papst Franziskus, Angelus, 18. August 2024)
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